Der im 18. Jahrhundert angelegte und nach Landgraf Friedrich II. benannte Platz ist ein Ort verdichteter Geschichte. Er ist bis heute einer der größten innerstädtischen Plätze Deutschlands, in den der monumentale Pomp der wilhelminischen Zeit genauso eingeschrieben ist wie die Aufmärsche der Nazi-Zeit und die Zerstörung und der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Einige documenta-Künstler*innen haben hier ihre Spuren hinterlassen: Joseph Beuys pflanzte die erste seiner 7000 Eichen vor dem Fridericianum, Walter De Marias Erdkilometer ragt auf diesem Platz tief in die Erde, die Laser-Licht-Skulptur Laserscape Kassel von Horst H. Baumann überspannt die Stadt von hier aus bis zum Bergpark Wilhelmshöhe, der Rahmenbau von Haus-Rucker-Co bildet ein Fenster zur Landschaft der Karlsaue.

Dieses Jahr verweist Richard Bells Aboriginal Embassy, die seit 2013 die Welt bereist, auf dem Friedrichsplatz auf den Widerstand gegen koloniale Machtstrukturen. Eine digitale Anzeige, angebracht an der Fassade des Fridericianums, zeigt zudem den Betrag an, der sich seit 1901 aufgehäuft hat und den die australische Regierung den Aborigines und Torres Strait Islanders nun schuldet.
Außerdem hat der documenta Food Market hier seine Food Trucks und Lastenräder aufgebaut. Das gastronomische Angebot basiert auf nachhaltig und biologisch angebauten Lebensmitteln aus der Region.

Text: offizielle Seite der documenta fifteen (https://documenta-fifteen.de/ausstellungsorte/)

Fotos: Hans Jürgen Groß